Einkauf entscheidet über Nachhaltigkeit
Vom schwierigen Verhältnis zwischen qualifizierten Trainern und der Einkaufsabteilung.
Ist die wirtschaftliche Situation angespannt, entscheidet in großen Unternehmen nicht mehr die Personalentwicklung, sondern zunehmend der Einkauf über die Durchführung einer Weiterbildungsmaßnahme. Dabei steht der Preis der Maßnahme im Vordergrund, weniger die Qualität der Trainingsleistung.
Nicht selten bedeutet das das Aus für einen qualifizierten Trainer, dem es bereits gelungen ist, eine vertrauensvolle Zusammenarbeit im Unternehmen aufzubauen. Stattdessen bekommt ein „Wald- und Wiesen-Trainer“ den Auftrag, dessen Angebot wesentlich billiger ist. Die vom qualifizierten Trainer sorgfältig durchgeführte Bedarfsanalyse dient dann häufig als Orientierung für Lernergebnisse, die der „Billig-Anbieter“ vollmundig verspricht und anschließend nicht halten kann.
Die Konsequenzen sind fatal:
- Teilnehmer leiden unter der schlechten Trainingsqualität bzw. unter der mangelnden Begleitung bei der Umsetzung der Lernergebnisse.
- Die Bereitschaft der Teilnehmer sich auf Weiterbildung einzulassen, sinkt.
- Angeschobene Veränderungsprozesse werden nur unzureichend weiter- bzw. zu Ende geführt.
- Die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen qualifiziertem Trainer und Unternehmen wird aufs Spiel gesetzt.
Was können Trainer und Unternehmen gemeinsam gegen diese unbefriedigende Situation tun?
Budgetkürzungen sollten rechtzeitig im Unternehmen kommuniziert und mit dem Trainer besprochen werden.
Im Austausch mit der Personalentwicklung und dem Einkauf kann der Trainer dabei helfen, den Blick auf die Nachhaltigkeit von Weiterbildungsmaßnahmen zu legen und die Effizienz, z. B. mit Hilfe geeigneter Softwareinstrumente, monetär messbar zu machen.
Bevor es eine vorschnelle Entscheidung für einen preisgünstigeren Trainer gibt, sollten flexible Lösungen zur Kosteneinsparung in Betracht gezogen werden, wie z. B. Webinare und Telefonkonferenzen zur Vor-und Nachbereitung von Seminarinhalten.
Das Ziel sollte es sein, die Qualität von Weiterbildungsmaßnahmen auch in schwierigen Zeiten aufrecht zu erhalten und bestehende verlässliche Beziehungen nicht zu gefährden.




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